Digiklo macht selbst vor Frank Goosen nicht halt

Bochum/Witten. (OK) Die Digitalisierungswelle macht auch vor Frank Goosen nicht halt. Bei seinem fast restlos ausverkauften zweiten Gastspiel auf dem Zeltfestival bei Bochum mussten ungefähr genau 1000 Besucher den USB-Stick zücken, wenn sie aufs Klo wollten (Bild). Wer keinen Stick hatte, guckte dumm aus der Unterwäsche.

Dafür hatten die Toiletten sowohl für Männer als aber auch für Frauen mit Beleuchtung: Lichterkette fast wie an bei Weihnachten. Auch digitale Heimklos gibt es mit (Obstkurve belichtete) Beleuchtung. Während jedoch die herkömmliche Toilette zuhause erst den Betrieb aufnimmt, wenn der Nutzer draufsitzt, kommt er beim Zeltfestival ohne Stick gar nicht rein durch die Tür. Auf die  Konsequenzen für Stehpinkler gehen wir nach der Bundestagswahl ein.

Martin Schulz hat das zeitgleich stattfindende Fernsehduell gewonnen. Merkel ist schuld. Das nahm Frank Goosen zum Anlass, sich bei einen unterhaltsamen Beiträgen durchaus auch nicht nur mit seiner Omma und seiner Frau zu beschäftigen, sondern auch mit dem Klo, dem Begrenzer und anderen Erscheinungen.

Original nagelneue Bochumer USB-Toiletten, digital, mit Besen und lustigen Toilettenfrauen.

„Warum fällt mir Werkzeug aus dem Haar? Ich habe Geräteschuppen.“ Frank Goosen gab nicht nur hier zu, dass Gags eigentlich gar nicht von ihm sind. Sondern er beobachtet nur, was um ihn oder sogar um uns herum passiert, zum Beispiel in Supermärkten oder sogar auf Hotlines.

Etwa am Frankfurter Flughafen. Frank Goosen trat ein, wollte kein bayerisches Souvenir koofen, sondern „Fördertürme“ of the Ruhrgebiet. „I want Fördertürme.“ Völlig verständlich.  Verständlich auch sein Bedürfnis, beim Entspannen zu entspannen und nicht zu shoppen oder Wellness zu machen.

Drei Punkte gegen Lohndumping

Einfühlsam ging er auf die Nöte unserer Gesellschaft ein, aber nahm sie aufs Korn. 12 Stunden Arbeit am Tag, aber kein Geld für die Miete, Wohnung weg, Arbeit weg. Der Zwiespalt des Fußballfans, der den Millionenzirkus verabscheut, aber trotzdem nicht anders kann und ins Stadion geht, Bier trinkt und verkleinerte Bratwurst isst. Bis er die Eintrittspreise nicht mehr zahlen kann und es nur noch Sitzplätze gibt. Den Fußball im Fernsehen klauen sie uns auch noch. Hauptsache der VfL gewinnt in Darmstadt. Richtig so.

Fazit: Der erste, besinnliche Teil stimmte die zahllosen Zuschauer so langsam auf den Abend ein. Im zweiten Teil, nachdem sich der Künstler in der Pause ausgeruht hatte, ging die Post ab.

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