Katzenköter feiert Spiekeroog-Party

Katzenköter. Hier am Strand von Spiekeroog nach überstandenem Fußbad. (Bilder (4): Mimmi P.)

Spiekeroog. (OKS) Katzenköter, die wohl gebeuteltste Punkbänd des östlichen Ruhrgebiets, schwimmt aus dem überfluteten Proberaum zur #Spiekeroog-Party mit den Lokalmatadoren Shanty Killers (Bild).

„Spiekeroog-Party“ hieß es nicht nur im Song der Inselpunkrocker, sondern auch bei den 120 zahlenden Zuschauern im Inselkino der schönsten Nordseeinsel der Welt. Sie ließen sich von den einprägsamen Mitsing-Hits der beiden Bands mitreißen.

Aber der Reihe nach. Spiekeroog hat keinen Flughafen, natürlich keine Autos, wenig Fahrräder und eine eigene Punk-Rock-Band. Die Shanty Killers.

Spiekerooger Punkbänd mit eigenen Ultras – von 6 bis 76. (Bild:= OK)

Mitglieder der Dortmunder Punkband Katzenköter verbrachten bereits mehrere Urlaube in diesem grünen Inselparadies, um wieder genügend Kraft für anstrengende Konzerte zu tanken. Dabei lernten sie nicht nur die Energie spendende Wirkung der Insel, sondern auch den Bassisten der Shanty Killers, Lars, kennen. Ein gemeinsames Projekt entstand.

Katzenköter wünschte sich einen Auftritt auf der Insel, und die Shanty Killers erfüllten diesen Wunsch. Sie luden Katzenköter zur Punk-Rock-Party nach Spiekeroog ein. Und so führte der erste Betriebsausflug in der Bandgeschichte an die wilde Nordseeküste. Immer mehr gilt Spiekeroog auch als Punk-Rock-Insel. Ein kleines Mekka der Subkultur. Es gibt den Zeltplatz, den Zeltplatzkiosk, den Irish Pub, im Inselkino lief der Kultfilm „Wildes Herz“. Regelmäßig treten die Shanty Killers auf. Gern mit Gästen, so wie jetzt. Die Redaktion begleitete die Band auf ihrer Seereise.

Die Anreise verlief störungsfrei, war aber schön. Katzenköter hier im Datteln in Neuharlingersiel.

Den Auftakt machte der Songwriter Amadeus F. Er spielt Gitarre und macht deutschsprachige Lieder. Eine Premiere. Erstmals vor Publikum.  Es folgten die Katzenköter als Vorband. Bei ihrem Auftritt mit 15 Songs und einer Zugabe verausgabten sie sich völlig. Das Publikum war von den Socken.  Nur der lang anhaltende Beifall und die „Zugabe, Zugabe“-Rufe überzeugten die Band davon, noch einmal in die U-Bahn einzusteigen. Zwischendurch berichteten sie von den Ergebnissen ihrer Recherchen auf der Reise im Vorfeld des Hackfleischs. „Es gibt veganes Mett, das Magenprobleme verursachen kann.“ Dann donnerte das echte Hackfleisch durch den Saal.

Shanty Killers Gitarrist Werner machte die Ansage für Katzenköter. Lars von der Bühne aus gesehen links.

Katzenköter hatte das Publikum sehr gut vorgegart. Der Headliner, die vielseitigen Shanty Killers, brachten den Saal komplett zum Kochen. „Ihr könnt sie erkennen“, „Wir sind Steine“ – eine gelungene Mischung aus deutschen und englischen Texten. Absoluter Höhepunkt: „Auf der Reeperbahn da kannst Du was erleben“. Das Publikum tanzte und sang mit – beste Punkrockparty. Ein Grund für den rundum gelungenen Abend war der sehr gute Sound. Gitarrist Werner sprang dieses Mal nicht von der Telefonzelle, weil die nicht im Inselkino steht. Aber dafür von der Bühne. Auch ziemlich artistisch.

Die Shanty Killers live im Inselkino.

Die sehr erfolgreiche Veranstaltung soll keine Eintagsfliege sein. Für kommendes Jahr planen die beiden Trios (Gitarre, Bass, Schlagzeug mit Gesang) ein Folgekonzert in Dortmund. Fazit: Zwei Bands, zwei Erfolgsrezepte. Bisher spielten beide überwiegend im eigenen Dunstkreis, schrieben Hits am laufenden Band und feierten dort Riesenerfolge. Sie bauten sich eine internationale Fanbasis auf. Die einen in Dortmund, die einen um Spiekeroog. Jetzt brechen sie aus der selbst gewählten Isoliation aus. Ein neues Erfolgsrezept.

Begeisterte Ultras der Shanty Killers stürmten die Bühne. (Bild: OK)

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