Bochum. (OK) An der Bude herrschte eine kleine Schlange. Eine Frau, zwei, drei Männer. Einige bestellen, Cola, Fanta, Bier. Die Reihen lichten sich.
Endlich bin ich dran. „Eine Dose bitte.“ Zack. Der Budenchef stelle eine Dose Fiege Pils hin. 2,50,-. Fragen werden gestellt.
„Wie geht das denn? Woher weiß der Budenmann, dass er eine Dose Fiege Pils wollte? Ist der Stammkunde?“
„Eine Dose bitte“
Egal. Das Ergebnis zählt. Der Kunde will eine Dose. Und der Budenmann weiß sogleich, worum es geht. Einzigartiges Fiege Pils. So wurde der Sieg eingetütet. Die Dose bahnte den Weg, und zwar immer die Castroper Straße hinauf. Linke Seite. Nur da gehts.
Und zack, gewinnt der VfL gegen Mainz 05 mit 2:0 hochverdient.

Gewonnen mit „eine Dose“ im schönsten Stadion der Welt als Baustelle, hier nicht im Bild.
Wichtig nur, es bei dem einen Dosenpils Fiege, das nicht pleite ist, zu belassen. Bei zwei Dosen wäre es vielleicht schief gegangen.
Anders hingegen im baufälligen Ruhrstadium, wo disqualifizierte Mitarbeiter von Paraquark vergeblich versuchen, Bier und Bratwurst zu verzapfen. Ergebnis. Kilometerlange Schlangen, die sich kreuz und quer durchs Stadion schlängeln.

Wer nicht seine Dose vorm Spiel kauft, schaut in die Schlange.
Einige waren bis Nachspielzeit nicht zum Zug gekommen. Sie verpassten nicht nur ein Bombenspiel, sondern auch den Zug nach Hause. Deshalb waren nur 21.848 dabei. Die andern standen am Getränkestand. Richtig dagegen: „Eine Dose bitte.“ Und zwar vor der Castroper.
Fazit: Keine drei Punkte, aber nächste Runde und 900.000 Schleifen für die Millionäre und die Familienclanmitglieder in den Gremien.
Wir zahlen, aber nicht im Stadion, sondern an der Bude.
„Eine Dose bitte.“

























