
Die Holzbohrmuschi ist keine Katze.
Bremerhaven. (OK) Ausgerechnet bei den Matjestagen konnte man kaum den Weg ins Schiffahrtsmuseum finden. Und die Lichterfahrt mit dem Hafenbus beginnt schon tagsüber, weil der Fahrer sonst den Weg nicht findet.
Chaos herrscht aktuell in der Ruhrgebietsmetrople an der Weser, weil die Holzbohrmuschi sich durch die Bremerhavener Brücken frisst. Dabei handelt es sich gar nicht um eine Katze, sondern um einen so genannten Schiffsbohrwurm.
Das Schiffahrtsmuseum hatte sie oder ihn schon lange im Programm und wies auf die Gefahren hin. Wirkungslos vergeblich. Heute liegen weite Teile von Bremerhaven still.
Im August 2022 sackte die 100 Jahre alte Nordmole mitsamt Mollenturm ab, weil der Unterbau zerstört ist. Die Klappbrücken am Verbindungskanal zwischen Altem und Neuen Hafen klappten zusammen, weil sie zerfressen sind, so dass sie umgeleitet werden müssen.

Kaputtgesperrt.
Der Fähranleger nach Nordenham ist kaputt, so dass die englische Exklave an der Nordsee von der Außenwelt abgeschnitten ist. Und die Kaje am Neuen Hafen droht völlig zu versacken. Aber auch die Klappbrücken zu den „Havenwelten“ klappern nicht mehr.
Trotzdem ist Bremerhaven die pulsierende Metropole zwischen Rhein und Wesir, die stattdessen mit Klimawandelhaus, Schiffsschaukel in 86,2 m Höhe und vor allem Auswandererhaus lockt. Das Auswandererhaus dokumentiert, was heute nicht mehr geht. Auswandern kann hier heute mehr keiner. „High Swing Bremerhaven“ heißt die Schiffsschaukel, die Leichtsinnige und Lebensmüde anlockt. Wenn sie denn hinkommen.

Always look on the bright side of life: Bremerhaven City.
Nur gut dass die Fische im Fischereihafen alle Schiffsbohrwürmer aufgefressen haben und die Matjestage unbehelligt blieben. Fazit: Bremerhaven ist die Reise mehr als Wert! Störend war nur, dass man im Weserstrandbad nicht schwimmen darf.

Da lässt sich ein Matjes schlürfen: Idylle im Fischhaven.

























